Freiberufler*in werden: Unser Weg

Irgendwie war er schon eine ganze Weile da: Der Gedanke daran, wie es wohl sein könnte, in kurzer Hose und barfuß zu arbeiten. Und zwar das ganze Jahr, nicht nur während ein paar Wochen oder mit etwas Glück vielleicht zwei Monaten im Jahr. Auch einige unserer Freunde ließen in Gesprächen durchblicken, dass sie insgeheim ebenfalls davon träumten, als Freiberufler*in tätig zu sein. Doch niemand wusste so recht, wie man seine Fähigkeiten oder Talente dafür nutzt.

Der Start in die Freiberuflichkeit und vor allem in das ortsunabhängige Arbeiten war lange Zeit eine Art Mysterium, bei dem jeder jemanden kannte, der wiederum jemanden kannte, der so etwas machte. In einem rasanten Tempo, innerhalb nur weniger Wochen, sind wir aber tatsächlich irgendwie genau dort gelandet und ein bisschen kreist uns daher immer noch der Schädel. Wie es dazu kam, ganz ohne halbseidenes eBook-Online-Business (oder so), haben wir hier für Euch einmal zusammengetragen.

Wie wird man Freiberufler*in?

Klar können wir hier keine allgemeingültigen Ratschläge erteilen, aber vielleicht kann Euch unsere Geschichte ja als Ideengeber dienen. Damit ihr wisst, aus welchen Bereichen wir kommen, zunächst jedoch eine kleine Einordnung.

Philipps Weg zum Freiberufler

Philipp ist Elektroingenieur und sammelte in den vergangenen Jahren einiges an Berufserfahrung im Bereich erneuerbare Energien, Netze und Netzintegration von Kraftwerken. Derzeit probiert er sich an einer Promotion und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Wie vermutlich jeder Doktorand war er zwischenzeitlich ziemlich unzufrieden mit seiner Arbeit und vor allem dem langen Pendelweg. Daher bewarb er sich Anfang 2020 zunächst weg. Der Lockdown kam, die angesetzten Bewerbungsgespräche fanden nicht statt und wir hatten Zeit zum Nachdenken.

Dann ging alles ganz schnell. Bevor die verschobenen Gespräche stattfinden sollten, schlug Philipp den jeweiligen Ansprechpartner vor, als freier Mitarbeiter für sie tätig zu werden. Und die Idee kam super an. Im Nu hatte Philipp so schon zwei Kunden, die ersten Aufträge kamen rein und die ersten Umsätze flossen direkt auf unser Weltreisekonto.

Meikes Werdegang gestaltet sich natürlich etwas anders, schließlich ist sie der kreative Kopf von uns beiden. Doch lest selbst!

Meikes Weg zur Freiberuflerin

Nach ihrem Masterstudium (M.A. Irgendwas mit Wirtschaft, Politik, Jura und Asien) lief es gar nicht rund. Mit der Anzahl der erfolglosen Bewerbungen stieg auch das Frustlevel – von uns beiden! Jobben im Eiscafé (sehr empfehlenswert, weil Eis-Flat), freundschaftliche Nachbarschafts- und ehrenamtliche Geflüchtetenhilfe, Schreiben von Blogs und Kurzgeschichten sowie unzählige Ideen zur Umorientierung prägten die erste Zeit von Meikes Arbeitslosigkeit. Als die Zahl der Bewerbungen dann schwindelerregende Höhen erreicht hatte und kein Jobcoach noch sinnvolle Ideen hatte: Cut!

Glücklicherweise waren wir die ganze Zeit schon nicht auf ein zweites Gehalt angewiesen. Und mit wachsendem Abstand zu den glücklosen Bewerbungen kehrten auch wieder Zufriedenheit und Gelassenheit und damit Platz für neue Ideen zurück. Letztendlich war es dann aber doch der Zufall, der uns über Clickworking stolpern ließ. Eines führte zum anderen und heute arbeitet Meike als freie Texterin.

Den Einstieg finden

Aus unseren Erfahrungen der letzten Monate können wir bereits jetzt einige Tipps für den Einstieg als Freiberufler*in ableiten:

  • Bewerbt Euch doch einfach mal auf ausgeschriebene Stellen oder auch initiativ. Vermerkt dabei gleich, dass Ihr auch oder ausschließlich als Freiberufler*in zur Verfügung steht. Unserer Erfahrung nach sind es vor allem kleinere Unternehmen oder Startups, für die freie Mitarbeiter*innen attraktiv sind. Schließlich zahlen sie Euch „nur“ einen Stundenlohn oder ein festgesetztes Honorar und haben ansonsten keinerlei Personalkosten.
  • Was könnt Ihr anbieten? Welche Arbeitspakete eigenen sich für freie, ortsunabhängige Mitarbeiter*innen? So etwas lässt sich bei ausgeschriebenen Stellen natürlich hervorragend aus der Anzeige herauslesen. Bei Initiativbewerbungen müsst Ihr Euch das Portfolio des Unternehmens genau anschauen und damit abgleichen, was Ihr anbieten könnt. Je größer Eure Branchenkenntnis ist, desto umfangreicher ist dann selbstverständlich Euer Wissen darüber, was gemacht werden muss und was gebraucht wird. Weitere mögliche Arbeiten wiederum ergeben sich dann auch häufig im persönlichen Gespräch.
  • Erlaubt Euer aktueller Arbeitsvertrag eine Nebentätigkeit? Wenn ja, ist das ein super Weg, um einmal in die Selbstständigkeit hineinzuschnuppern. Gerade wenn Ihr ortsunabhängig arbeiten wollt, braucht Ihr in der Regel ja nicht sehr viel mehr als einen Laptop und Internetzugang. Die Fallhöhe ist damit also minimal. Einzig etwas Freizeit muss man natürlich opfern, um Aufträge neben der regulären Arbeit fristgerecht zu erledigen. Macht daher aber erstmal langsam in der Kundenakquise. Auch wenn die Aufträge zunächst nur reintröpfeln, kann es bei zu vielen Kunden ansonsten schnell ziemlich stressig werden.
  • Falls Euer Beruf es nicht hergibt, als Freiberufler tätig zu werden, gibt es online auch einige Möglichkeiten hier und da ein paar Euros dazuzuverdienen – und das sogar ziemlich seriös. Bei Clickworker, Crowdguru und Testbirds kann sich wirklich jeder zumindest ein kleines Taschengeld dazuverdienen. Durch die Teilnahme an Umfragen, dem Editieren von Unternehmensinformationen, oder dem Testen von Websites kann man bei geringem Aufwand im Monat gut 150 Euro einnehmen. Bei Content könnt Ihr mit Eurem Schreibtalent glänzen und als Texter*in arbeiten. Einen ausführlicheren Erfahrungsbericht über die verschiedenen Möglichkeiten von Clickworking findet Ihr hier.

Mit Sicherheit ist unser Weg in der Selbständigkeit hier noch nicht zu Ende und sie wird sich auch als Haupteinnahmequelle in Zukunft erst einmal bewähren müssen. Doch aktuell sind wir einfach dankbar, dass uns der Zufall in diese Richtung getrieben hat, wo wir es uns doch schon so lange ausgemalt haben. Sollten wir wirklich im nächsten Jahr unsere Weltreise starten können, so wollen wir das ganze in die Testphase 2 bringen. Inwieweit kann uns die Arbeit als Freiberufler*in auf Reisen über Wasser halten, oder müssen wir doch an die Ersparnisse? Und wie kann man vielleicht auch in einem „teuren“ Land mit und von dieser Art der Arbeit leben? Bleibt gespannt, wir sind es auch!

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Eine Antwort

  1. Eva Miller sagt:

    Ich habe auch sehr lange überlegt ob ich den Schritt in die Freiberuflichkeit gehen soll. Insgeheim habe ich mir es schon immer gewünscht und auch vorgestellt. Den Schritt dann zu wagen, war nicht einfach, aber von überall arbeiten zu können und vor allem bei freier Zeiteinteilung, diese Vorstellung ließ mich die Sache einfacher machen. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder, eines davon gerade in die Schule gekommen und eines ist im Kindergarten. Dann ist es zeitlich schwierig Kinder, Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ich habe mich dann bei verschiedenen Plattformen als Texterin angemeldet und habe meine Kenntnisse immer weiter verbessert. Die entsprechende Lektüre über guten Lesestoff um als Texterin voranzukommen fand ich auf der Seite https://vergleichnix24.de/. Ich muss sagen, ich bereue meine Entscheidung nicht, denn inzwischen habe ich sehr viele Aufträge von Firmen erhalten. Somit kann ich viel in unsere Haushaltskasse beisteuern. Man sollte den Schritt einfach wagen . Dieser tolle Blog hilft vielleicht, einigen die Entscheidung zu vereinfachen.
    LG Eva

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