Sorgen im Gepäck

Verreisen, wenn es zuhause drunter und drüber geht

Manchmal geht es nicht anders. Die Reise die man eigentlich vorfreudig erwarten wollte, wird irgendwie zur Last und zur Probe. Wir waren nun schon ein paar Mal in der Situation. Entweder waren es die Großeltern auf dem (vermeintlichen) Sterbebett, mal Freunde, denen es gar nicht gut ging. Das ist eben das ganz normale Übergepäck, das manchmal auch mit auf Reisen muss. Kommunikation, Planung und ein bisschen Disziplin sind im Kern unsere Strategien mit solchen Situationen umzugehen. Die wichtigsten Tipps haben wir hier einmal für Euch aufgelistet.

Haltet Euch auf dem Laufenden – oder eben nicht

Stellt mit eurer Familie/Freunden klar, ob ihr auf dem Laufenden gehalten werden wollt oder nicht: Wir sind ganz klar Team Information. Ob es Meikes Eltern waren, die uns ehrlich über den Zustand von Opi auf dem Laufenden halten, oder unsere Freundin, die uns immer sagen sollte wie es ihr geht. Für uns war immer klar, dass wir nur entspannt und nicht grüblerisch sein könnten, wenn wir aus Deutschland ehrliche Mitteilungen zu erwarten hätten. Und wir fahren damit gut – so weit das halt in schwierigen Zeiten möglich ist. Aber für manch einen ist es sicherlich auch sinnvoll, nichts zu erfahren. Nicht jeder ist zu zweit unterwegs und hat seinen persönlichen Trostspender und In-den-Arm-Nehmer an seiner Seite. Manch einer braucht vielleicht sogar den Abstand.

Wenn möglich, adressiert Sorgen im Vorfeld

Geht weitestgehend beruhigt auf Reisen. Versucht im Vorfeld (so das negative Szenario denn schon eingetreten ist), so viel wie möglich zu klären. Als es unserer Freundin vor unserer letzten Reise so schlecht ging, haben wir uns in der Zeit davor bereits intensiv mit ihrer Problematik auseinandergesetzt. Wir haben mit ihr verschiedene Dinge eingeleitet und besprochen. Zu guter Letzt haben wir uns einen Tag vor unserer Abreise noch einen Mietwagen geschnappt und sind zu ihr gefahren. Es war wichtig für uns sie zu sehen, sie nicht nur über Skype zu sprechen. Auch wenn es Mehraufwand bedurfte, war es doch genau richtig. Wir waren etwas beruhigter und wir konnten ihr in persona versichern, dass wir auch in tausenden Kilometern Entfernung und 6 Stunden Zeitverschiebung noch für sie da waren.

Baut Euch ein Netzwerk auf

Etabliert Euch wenn möglich ein Netzwerk an Informanten. Wenn ihr eine Person nicht erreicht, so gibt es vielleicht noch jemand anderen, der euch Informationen über die Lage verschaffen kann. Wir haben gemerkt, dass so etwas unheimlich viel Sicherheit gibt.

Macht einen Plan für den worst case

Überlegt Euch, wie ihr im schlimmsten Fall mit der Reise fortfahrt: Oder ob überhaupt? Wir haben für uns ganz klare „Grenzen“ gesteckt und auch entschieden in welchen Fällen wir die Reise auch NICHT abbrechen. Das sind natürlich ganz persönliche Maßstäbe, die auch von Fall zu Fall durchdacht werden sollten. In jedem Fall, jedoch erst einmal Ruhe bewahren. Sich beruhigen bis man wieder einen klaren Gedanken fassen kann. Hast und Überstürzung haben noch niemandem geholfen.

Teilt Eure Sorgen

Falls Ihr die Möglichkeit habt während eurer Reise (in echt oder auch nur übers Internet) mit jemandem über die Situation zu reden, dann tut es. Teilt Eure Sorgen. Aber bemüht Euch auch aktiv andere Themen zu finden. Gerade wenn man mit seinem Partner (oder einer anderen engen Vertrauensperson) verreist kann es schnell passieren, dass die Sorgen und alles was sich um sie dreht die Überhand in Euren Gesprächen gewinnen. Und wir verraten Euch was: Ihr dürft Eure Reise auch genießen. Ihr dürft Spaß haben, ihr dürft die Leichtigkeit spüren, die einen nach ein paar Tagen Auszeit überkommt. Redet über Eure Reiseerlebnisse, was ihr gesehen, gerochen und geschmeckt habt. Das ist unheimlich schwierig, wenn man weiß, dass es Familie oder Freunde gerade schwer haben, aber sie würden es Euch mit Sicherheit gönnen!

Gönnt Euch ab und an eine Pause

Nehmt Euch aktiv Auszeit vom Handy! Ihr könnt manche Dinge sowieso nicht verhindern, ob ihr nun in der Nähe seid oder auf einem anderen Kontinent. Ob ihr nun 24/7 erreichbar seid oder eben nicht. Was ihr aber tun könnt, ist in Eurem Urlaub Kraft zu tanken – auch wenn das nur mit einer selbstbetrügerischen Masche wie ‚nicht-aufs-Handy-gucken‘ funktioniert. Man kann sich so – und da sprechen wir aus eigener Erfahrung – zumindest ein paar extra Momente heiteren Sonnenscheins bescheren. Hach, Selbstbetrug und Verleumdung sind doch eine tolle Sache…

Sorgen im Gepäck: Eure Erfahrungen?

Habt Ihr auch schon einmal eine solche Situation erlebt? Und wie seid Ihr damit umgegangen? Uns erging es das letzte Mal so auf unserer Reise durch Vietnam und Kambodscha Niemand kann solche Situationen vorrausahnen, niemand die Sorgen und Gedanken verschwinden lassen. Wir freuen uns ehrlich auf Eure weiteren Tipps!

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